7.4.2012
Stemwede: Landtagskandidat der Grünen Jürgen Friese sagt Nein zu Fracking
In NRW ist ein regelrechter Gas-Rausch ausgebrochen: Exxon Mobil, Wintershall und andere Konzerne haben sich Gebiete gesichert, um nach sogenanntem unkonventionellen Gas zu suchen. Bei uns ist die Firma Exxon Mobil aktiv und macht Werbung damit, dass Fracking für die Umwelt nicht gefährlich ist. Doch die Wahrheit sieht anders aus.
Fracking ist eine Technologie, die bei der Förderung von sogenannten unkonventionellen Erdgasvorkommen eingesetzt wird. Dabei wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepresst, um gashaltige Gesteinsschichten aufzusprengen. In den USA wird unkonventionelles Erdgas bereits großflächig gefördert und dies obwohl aus den USA bereits viele negative Erfahrungen mit Fracking bekannt sind. Verseuchtes Grundwasser, Chemikalien die sich unkontrolliert verbreiten, Gas im Wasser, Landschaftszerstörung und kleine Erdbeben, die Risse in Gebäuden verursachen. Doch das Profitpotential für Erdgas-Konzerne ist gigantisch und deshalb wird das Thema Umwelt bewusst unter den Teppich gekehrt.
Jürgen Friese (Landtagskandidat für Bündnis 90 Die Grünen) hat deshalb eine Erklärung der grünen Bundestagsabgeordnete Ute Koczy mit unterstützt, ein bundesgesetzlich verankertes Moratorium von mindestens zwei Jahren einzurichten, um die Risiken von Fracking zu untersuchen. Dann kann politisch entschieden werden, ob und welche Risiken bei der Gewinnung akzeptabel sind.
Die schwarz-gelbe Koalition betreibt beim Thema Fracking weiterhin Arbeitsverweigerung. Mit ihrer Mehrheit lehnte sie die Anträge der drei Oppositionsparteien in der Sitzung des Umweltausschusses vom 28.03.2012 im Bundestag ab, ohne jedoch ein eigenes Konzept vorzulegen. Dabei waren sich alle Fraktionen einig, dass für die Politik eindeutig Handlungsbedarf besteht. Die FDP benannte dann erstaunlich offen Ross und Reiter: Gerade Bundesumweltminister Norbert Röttgen habe nichts geliefert und zeige auch kein großes Interesse an dem Thema. Gleichwohl gibt er in NRW den „Fracking-Kritiker“. Der Landesverband der CDU fasst sogar Beschlüsse, bei denen der CDU-Landesvorsitzende „Röttgen“ den Bundesumweltminister Röttgen auffordert, endlich zu handeln. Passiert ist aber bis heute nichts.
Die rot-grüne Landesregierung in NRW hat zum Glück, längst reagiert, indem sie per Erlass einen vorläufigen Stopp für Tiefbohrungen mit der Fracking-Methode verhängt hat.
Am Ende muss es aber heißen „Fracking“ nein Danke.
Exxon hat in der Vergangenheit wiederholt erklärt die Öffentlichkeit über sein Vorgehen zu informieren. Als man 25000 Liter Diesel in das vorhandene Bohrloch kippte, geschah dies aber nicht.
Sind 200 Liter Diesel durch einen Unfall ins Erdreich gelangt, spricht man von einer Umweltverschmutzung größeren Ausmaßes, bei Exxon nennt es sich Drucktest. Wenn Exxon jetzt den Diesel gegen Stickstoff austauscht, müssen vor Ort unabhängige Wasserexperten sein und prüfen, ob der Diesel mit Grundwasser versetzt ist und ob noch 25000 Liter Diesel im Bohrloch sind, falls nicht, sind große Teile des Grundwassers im Bereich des Bohrlochs verunreinigt, denn 1 Liter konventioneller Diesel verunreinigt 1 Millionen Liter Trinkwasser.
Jürgen Friese