Pressespiegel: Interview NW

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Neue Westfälische

28.8.2015

„Könnte hier fast ein Bett aufschlagen“

BÜRGERMEISTERWAHL:Uwe Wortmann tritt für die SPD und die Grünen an

VON KARSTEN SCHULZ

Versonnen blickt Uwe Wortmann aus einem der großen Fenster des Hotels Meyer-Pilz hoch oben auf dem Leverner Stiftshügel in die weite vor ihm sich ausbreitende Landschaft des Lübbecker Landes. Seit Januar habe er sich jeden Samstag mit den Spitzen der SPD und den Grünen hier getroffen. Inzwischen kennt er sich in der großen gastronomischen Einrichtung direkt gegenüber der Stiftskirche fast genauso gut aus wie Zuhause in Löhne. „Ich könnte hier fast mein Bett aufschlagen“, sagt der Kandidat der beiden oppositionellen Parteien im Stemweder Gemeinderat. „In einer halben Stunde ist Stemwede von Löhne aus zu erreichen“, stellte er fest. Und er fährt die Strecke gerne. Die Stemweder sind ihm inzwischen ans Herz gewachsen. Viele Menschen habe er kennen- und schätzen gelernt.„Hier steckt in jedem Dorf ganz viel Potenzial“, sagt er mit voller Überzeugungskraft im Gespräch mit der NW. Er ist der Meinung, dass er inzwischen „alles analysiert hat“. Gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern aus der Kommunalpolitik habe er an Projekten gearbeitet, nachdem die grundsätzlichen Entwicklungen – auch die negativen – dargestellt werden konnten. Es gehe darum, die Ursachen zu finden und schließlich auch Lösungen, die er gerne allen Bürgern präsentieren möchte. Auch als gewählter Bürgermeister. Der soll seiner Meinung nach in der Verwaltung „grundsätzlich vorangehen, die Visionen entwickeln, die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. „Er muss der Kapitän sein, der das Schiff leitet. Dieser KapitänsAuftrag muss allerdings auch den Bürgern vermittelt werden“, ist sich der 51-jährige Löhner sicher. Er nennt in diesem Zusammenhang keine konkreten Bereiche oder Zahlen, sondern allgemeine Themenfelder wie Straßen oder allgemeine Infrastruktureinrichtungen. Natürlich sei ein Bürgermeister nicht derjenige, der alles könne und wisse. In bestimmten Bereichen müsse man sich halt die Fachleute suchen und sich auch beraten lassen. Das müsse ein Bürgermeister auch nicht alles leisten. So habe es sich auch bereits bemerkbar gemacht, dass er selbst kein Politiker sei, allerdings durchaus ein politischer Mensch. Er habe sich deshalb durch die Anzeige und die Ausschreibung der beiden Ratsfraktionen auch sofort angesprochen gefühlt . „Das passt genau in die Zeit von Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit.“ Resignieren angesichts der bisherigen politischen Mehrheiten in Stemwede komme für ihn nicht infrage. Gerne fahre er jedes Wochenende nach Stemwede, berichtet Uwe Wortmann. Schließlich habe er bei allen Bürgern, die er angesprochen habe, „offene Türen eingerannt“. Der „Gemeine Stemweder wächst mehr und mehr heran“, so Wortmann, das Kirchturmdenken dagegen „wächst heraus“. Die Jüngeren seien mündig geworden und wollten mitbestimmen. Und insbesondere dieser Personen- gruppe wolle er ein Forum bieten. Die Politik, wie man sie heute kenne, könne so nicht mehr weiterbetrieben werden. Da brauche man andere Ansätze. Bodenständigkeit, Kreativität und Aufgeschlossenheit, dies seien die drei Attribute, die zu ihm besonders gut passten. Außerdem sei er ein „bisschen norddeutsch geprägt, mit der Heimat verbunden, in der er etwas bewegen wolle. Wortmann ist klar der Meinung, dass er auch angesichts der klaren und traditionellen Machtverhältnisse in Stemwede eine Chance habe. Und: „Selbst wenn ich nicht gewählt würde, habe ich jetzt schon etwas bewirkt“,gibt er sich selbstbewusst und selbstsicher. In Stemwede werde etwas gelebt, dass es in der deutschen Gesellschaft kaum noch gebe: das soziale Denken, die Eigeninitiative und das Engagement im Ehrenamt. Wortmann macht unmissverständlich deutlich, dass er gerne „viele kleine Mittelständler vor Ort hätte. Es würden dringend Menschen gesucht, die unternehmerisch denken könnten. Ihm sei „nicht bange, auch heilige Kühe zu schlachten“, wenn er ins Amt gewählt würde. Schließlich würde er für fünf Jahre gewählt und wolle diese Zeit nutzen, sich einzusetzen und seine Vorstellungen um- zusetzen. Er habe auch keine Angst davor, Fehler zu machen. Dazu werde er sich auch bekennen. Er werde von vorn herein das Bürger-Engagement in seinem Amt einsetzen und einbinden, macht der Kandidat deutlich. Die Gemeinde Stemwede sei prädestiniert dafür, eine Vorreiterkommune für ländliches Wohnen und Leben zu werden. So wolle er vor allem junge Familien stärker aufs Land locken, auch mit dem Argument, dass das Leben insgesamt günstiger sei als in der Stadt. Ernährung, allgemeines Wohlfühlen, Kosten, Energie- und Wohnkonzepte seien die Argumente, die der zunehmenden Landflucht entgegenstünden.

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