Pressespiegel

aus NW-25.4.15 Text & Foto von Sonja Rohlfing

Bürgermeisterwahl: Kandidaten stellen sich im Gewerbeverein vor

Dialog statt Schlagabtausch

Stemwede. Zum ersten Mal öffentlich in Stemwede aufeinander trafen jetzt die beiden Bürgermeisterkandidaten. Der Gewerbeverein Stemwede hatte Kai Abruszat und Uwe Wortmann zur Jahreshauptversammlung eingeladen, nicht zum Schlagabtausch, sondern um sich vorzustellen. Daneben standen im Gasthaus Reddehase Berichte, Regularien und Wahlen auf der Tagesordnung.

„Wir sind gespannt auf unsere Gäste“, erklärte Adolf Ey. Mit Kritik wolle man sich an diesem Abend zurückhalten. „Die bringen wir erst nach den ersten 100 Tagen des neuen Bürgermeisters vor“, sagte der Vereinsvorsitzende mit einem Augenzwinkern.Auch auf politische Detaildiskussionen und einen Schlagabtausch der Kandidaten untereinander wolle man hier und heute verzichten. „Wir freuen uns, beide gemeinsam hier zu haben und uns im persönlichen Dialog einen Eindruck von ihnen verschaffen zu können.“ Stemwede stehe bezogen auf unternehmerische Aktivitäten viel besser da, als man glaube, hob der gemeinsame Kandidat der CDU und FDP, Kai Abruszat hervor. Kaum eine Ge- meinde habe so viele Beschäftigte pro Einwohner wie Stemwede, merkte der 45-jährige Jurist und Familienvater aus Porta Westfalica an. „Sie als Selbstständige sorgen für einen wichtigen Ertrag für die Gemeinde“, erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete. Darum wolle er Anerkennung und Wertschätzung für unternehmerisches Tun und Handeln stärken. Neben dem offenen Ohr für die Belange vor Ort gelte es aber auch, gegenüber höherrangigen Behörden mit Nachdruck aufzutreten, wenn es um Dinge wie Baurecht, Umweltauflagen oder Landesentwicklungsplan gehe.

„Wir liegen gar nicht so weit auseinander“, stellte Uwe Wortmann fest, den SPD und Grüne als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. „Ich bin jemand, der etwas bewegen möchte“, erklärte der parteilose 50-jährige Familienvater aus Löhne. Als Aufgabe eines Bürgermeisters sehe er es an, die gemeinsam festgelegten Ziele als Dienstleister umsetzen, Aktivitäten zu bündeln und Potenziale nach vorne zu bringen.

Seine fehlende politische Erfahrung sieht er nicht als Problem an. Er habe die Verwaltung mit ihren Spezialisten als Unterstützung. „Ich komme aus der Wirtschaft und weiß, wie ich an meine Ziele komme“, verdeutlichte der Diplom-Ingenieur und Handwerksmeister mit Schwerpunkt Projektmanagement.

Einig waren sich Abruszat und Wortmann darin, dass in Stemwede viele gute Initiativen und viel bürgerschaftliches Engagement vorhanden seien. Das wollen beide für eine Gemeindeentwicklung „von unten nach oben“ nutzen. Einen Gemeindeentwicklungsplan halten auch die Mitglieder des Gewerbevereins für wichtig.

Unverständnis zeigten sie darüber, dass vor kurzem in den politischen Gremien entschieden worden war, das Thema hintenanzustellen bis nach der Bürgermeisterwahl am 13. September.

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